Das Schützenwesen ist in Deutschland ein
kulturgeschichtliches Phänomen, das, ungeachtet einiger unwesentlichen
Veränderungen, von den Kreuzzügen bis in die heutige Zeit seinen
ursprünglichen Charakter bewahrt hat.
Traditionsgemäß haben die Schützen immer ein sehr enges Verhältnis zur
Kirche. So heißt es auch im Gründungsprotokoll der Bruderschaft von
1738: ,,Gelobt sei Jesus Christus, Amen. Im Namen der hl. Dreifaltigkeit
haben wir Junggesellen aus Meiste vereinbart, mit allen unseren
Nachfolgern in der Bürgerschaft auf Philippi-Jakobi den Vogel zu
schießen und St. Ursula zu ehren - .
Auch in
den späteren Satzungen der St. Sebastian Schützenbruderschaft ist als
Zweck des Vereins ,,... die Förderung und Pflege des religiösen Lebens
in der Gemeinde, insbesondere die Verehrung des allerheiligsten
Altarsakramentes, sowie die Bildung und Erhaltung eines gesunden
Volkstums auf der Grundlage christlicher Moral festgeschrieben ...,,.
Vorstände und Schützen der Bruderschaft sind bemüht, die Liebe und Treue
zu Väterglauben und Vätersitte, zur sauerländischen Heimat und zum
deutschen Vaterland zu wecken und zu stärken.
So ist
es seit frühester Zeit eine Selbstverständlichkeit, daß die Schützen bei
allen Prozessionen das Allerheiligste begleiten und an den Hochfesten
der Kirche mit den Fahnen am Altar stehen.
Auch
die Festesfreude der Dorfbevölkerung ist der Schützenbruderschaft ein
besonderes Anliegen. Wie sonst wäre es zu erklären, daß, mit Ausnahme
der jeweiligen Kriegsjahre, im jährlichen Turnus das Hochfest der
Bruderschaft, das Schützenfest, drei Tage lang gefeiert wird.
Die im
Jahre 1929 von der Gemeinde erbaute Schützenhalle ist eine nicht mehr
wegzudenkende Kommunikationsstätte in unserem Dorf und erfreut sich
regen Zuspruchs.
Seit
der Gebietsreform im Jahre 1975 wurden immer mehr Aufgaben an die St.
Sebastian Schützenbruderschaft herangetragen, so daß sie sicherlich als
einer der wichtigsten Kulturträger der Gemeinde angesehen werden kann.